Itzehoe plant um: Variante B für Baugebiet Lehmwohld/Suder Höhe

Mehr als 400 Wohneinheiten sollen im Itzehoer Baugebiet Lehmwohld/Suder Höhe entstehen. Dabei bleibt es auch nach einer Planänderung, die nicht allen gefällt.

Die Pläne für das neue Baugebiet Lehmwohld/Suder Höhe werden geändert. Das hat der Stadtentwicklungsausschuss beschlossen. Noch vor den Sommerferien ist dazu eine Informationsveranstaltung für Bürger geplant.

Im März hatten alle Fraktionen außer der AfD, die aber ebenfalls zustimmte, den Antrag gestellt: Die Verwaltung sollte für Teile des Neubaugebiets den Tausch der Bebauung prüfen. Der Siegerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs sieht im Nordwesten des Areals 20 Reihen- und Doppelhäuser vor, gelegen hinter der Wohnbebauung an der Suder Allee. An der Ostseite sollen parallel zum vorhandenen Knick hinter den Grundstücken an der Straße am Lehmwohld fünf Mehrfamilienhäuser mit zwei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss entstehen. Das ist die Variante A.

Die Politik stellte es sich anders herum vor: Mehrfamilienhäuser im Nordwesten, Reihenhäuser im Nordosten. Diese Variante B soll das Baugebiet besser in die bestehende Wohnbebauung integrieren und die Akzeptanz bei den Anwohnern erhöhen, wie es im Antrag hieß. Bürgermeister Ralf Hoppe berichtete allerdings von Stimmen aus der Suder Allee, die mit der Umplanung nicht einverstanden seien – das werde es aber immer geben.

Gespräche mit Bürgern abgebrochen

Auch Dieter Krämer (SPD) hatte Kontakt mit Bürgern. Diesen habe er aber abgebrochen, da die Tatsache des Bevölkerungswachstums negiert werde. Anwohner hatten die Pläne für das Baugebiet kritisiert, es gebe keinen Bedarf. Doch eine Prognose bis 2040, in Auftrag gegeben vom Kreis, geht von einem Zuwachs aus und entsprechend von einem hohen Bedarf an neuen Wohnungen: je nach Szenario 1070 bis 1880 Wohneinheiten. „Wir müssen bauen, bauen, bauen für unsere Bevölkerung“, sagte Krämer.

Aber wie im Bereich Suder Höhe? Bei der Anzahl der neuen Wohnungen gibt es kein Problem: Variante B bringt 412 Wohneinheiten, eine mehr als Variante A. Zu lösen seien zusätzliche planerische Fragen zum Beispiel bei Stellplätzen, erläuterte in seiner Sitzungsvorlage David Schröder, Leiter der Stadtplanung. Mehr Fläche werde versiegelt, die Grundstruktur des Siegerentwurfs aufgelöst: „Dies geht sicherlich zu Lasten der städtebaulichen Qualität und mitunter auch der Wohnqualität des Quartiers.“ Als Kompromiss erscheine Variante B aber umsetzbar.

"Die Anwohnerinnen und Anwohner sind ausführlich auch in der Bauhöhe visuell zu informieren." - Patrick Schulz

Die Politik brauchte eine Pause, um sich einig zu werden. Dann sprachen sich alle außer der AfD für die Variante B aus. Patrick Schulz (CDU) bat die Verwaltung, die Bürger ausführlich zu informieren. Zu Variante A habe es eine Veranstaltung gegeben, das sollte nun auch zur neuen Variante der Fall sein, sagte Verwaltungschef Hoppe – und die Fraktionen sollten dabei sein. Angestrebt wird ein Termin in der ersten Julihälfte.