CDU besucht Izet das tut sich im Itzehoer Innoquarter

Bei den Themen Batterien und Chipherstellung ist Itzehoe als Standort international anerkannt, das Izet ist gut ausgelastet. Die CDU-Fraktion ließ sich über die aktuelle Entwicklung informieren.

50 Unternehmen und 2200 Arbeitsplätze – das waren Zahlen, die die Mitglieder der CDU-Ratsfraktion bei ihrem Besuch im Innovationszentrum (Izet) Itzehoe doch gerne hörten. „Das ist ein Pfund“, versicherte Izet-Geschäftsführer Christoph Kober den Politikern: „Sowas gibt es nicht in vergleichbaren Städten ohne Hochschule.“

Einer der ganz großen Player im sogenannten Innoquarter ist der Chiphersteller Vishay. Für 400 Millionen Dollar baut das Unternehmen eine moderne, vollautomatische Chipfertigung. 150 neue Arbeitsplätze sollen entstehen. Vor zwei Jahren wurde groß Richtfest gefeiert. „Langsam, aber sicher nähert sich die Fertigstellung“, sagte Kober. Ende des Jahres werden erste Testläufe gestartet, 2027 soll die Produktion hochgefahren werden. „Dann geht es natürlich auch um Wohnraum“, schrieb Kober den Politikern ins Stammbuch.

„Wir sind auf Augenhöhe mit den vermeintlich großen Standorten.“ - Christoph Kober, IZET-Geschäftsführer

Itzehoe ist inzwischen ein fester Punkt auf der Weltkarte der Chiphersteller. Die Stadt wurde in das deutsch-amerikanische Halbleiter-Städte-Netzwerk aufgenommen. Da tummeln sich so illustre Namen wie Denver oder Columbus. „Die Kollegen aus den USA waren beeindruckt, was sie hier vorgefunden haben“, berichtete Kober: „Wir sind auf Augenhöhe mit den vermeintlich großen Standorten.“

Wertschöpfungskette bei Batterien ausbauen

Ein weiteres wichtiges Standbein im Innovationsraum ist die Batterieforschung und -herstellung. Northvolt in Heide? Kober winkt ab und sagt im Brustton der Überzeugung: „Wir stehen unabhängig von Heide.“ Was auch immer sich auf der dortigen Fläche entwickeln werde, Itzehoe freue sich „nach wie vor auf ergänzende Impulse aus Heide“. Er spricht vom „Ökosystem Itzehoe“, das verschiedene Bausteine wie beispielsweise Forschung und Zertifizierung umfasse. Die Kompetenzen in der Wertschöpfungskette sollen vervollständigt werden.

Batterie-Studenten als Fachkräfte in Itzehoe halten

Aktuell ist der Start des Wintersemesters besonders im Fokus. Dann startet der von Itzehoer Unternehmen finanzierte Batteriestudiengang in Itzehoe. „Wenn sie erst mal hier sind, wollen wir sie natürlich auch hier halten“, formuliert Kober als Anspruch.

Künstliche Intelligenz auch regional denken

Alle Welt redet über Künstliche Intelligenz (KI). Auch da ist Itzehoe mit dabei. Bei einigen CDU-Mitgliedern löste das Gelächter aus. Ralph Busch erklärte, dass man bei der Kreisverwaltung wegen KI-Verwendung nachgefragt habe. „Fünf bis sieben Jahre, dann wären sie in der Lage, KI einzusetzen“, gab Busch die Antwort weiter: „Die haben nicht ansatzweise Ideen, wie man sie einsetzen kann.“

Kober machte deutlich: „KI wird uns vor Herausforderungen stellen, die wir lösen müssen.“ Die Prognosen seien eindeutig. „Und das müssen wir auch regional denken“, betonte der Geschäftsführer. Damit meint er, dass örtliche Netzwerke aufgebaut werden müssen, Firmen müssen Strategien entwickeln, es müssen vor Ort Fachleute ausgebildet werden. Dafür mache das Izet über seinen Digital Learning Campus entsprechende Angebote. Itzehoes Bürgervorsteher und Kreistagsabgeordneter Markus Müller forderte: „Die Verwaltung muss da auch dringend angeschrieben werden.“

Gleichzeitig brauche die Region aber auch die entsprechende Infrastruktur. Dazu zählen Rechenzentren, Breitbandanschlüsse und KI-Anbieter. Christian Ross kritisierte: „Wir laufen hinterher wie die Lemminge.“ Deutschland sei dabei, den Anschluss zu verlieren. Immer wieder würden deutsche Unternehmen an chinesische Investoren verkauft.

Die Politiker interessierte die Frage, wie das Izet ausgelastet sei. „Auszug ist bei uns ein ganz natürliches Thema“, antwortete Kober. 85 bis 90 Prozent der Flächen seien belegt. Der überwiegende Teil der Unternehmen, die auszögen, bliebe in Itzehoe oder dem Kreis Steinburg.

Neue Flächen für Firmen, die das Izet verlassen, in Planung

In direkter Nachbarschaft zum Izet ist das Innovatorium für Unternehmen aus dem Izet entstanden. Wie Kober erklärte, seien drei Faktoren für eine weitere Erweiterung wichtig: Es müsse Flächen geben, einen Investor, der bauen wolle, und Firmen, die einziehen wollen. „Wir sind in einer Phase, wo wir konkret werden“, verriet der Geschäftsführer: „Es ist aber noch nicht spruchreif.“

Um den Bedarf an Baugebieten besser einschätzen zu können, wäre es hilfreich zu wissen, wie viele Arbeitsplätze auf den Erweiterungsflächen des Innovationsraums entstehen. An der Stelle musste Kober mit einer Antwort passen. Das sei nicht vorherzusagen, denn es hänge stark von der Art der Ansiedlung ab. „Bei einem Rechenzentrum werden es eher weniger sein“, sagte er.