CDU Itzehoe fordert weniger Wohnungen, mehr Häuser im Gebiet Suder Höhe

Das geplante Baugebiet Suder Höhe in Itzehoe ist umstritten. Die CDU fordert, dort 20 Prozent Einfamilienhäuser vorzusehen. Das würde die Zahl der möglichen Wohnungen deutlich reduzieren.

„Boah, da ist aber jemand krass eingeknickt vor intellektuell und finanziell potenten Anliegern“, sagte Ralf Schwedler (SPD) nachdem die CDU ihren Antrag zur Zukunft des geplanten Wohngebiets „Suder Höhe“ im Itzehoer Stadtentwicklungsausschuss präsentiert hatte.

Auf dem Gelände des Itzehoer Sportvereins (ISV) und der ehemaligen Kleingartenanlage sollen mehr als 400 neue Wohnungen entstehen, hauptsächlich in größeren Mehrfamilienhäusern. Das hatte ein Wettbewerb ergeben. Dagegen regt sich Widerstand – vor allem von direkten Anliegern.

„Leute, die Einfamilienhäuser bauen, sind die Steuerzahler in Itzehoe.“ - Ralph Busch, CDU

Das hat die CDU jetzt aufgegriffen. Aktuelle neue Zahlen für die Region gebe es nicht, aber durch Semmelhaack seien bereits viele Wohnungen gebaut worden. „Echten Bedarf“ sieht die Union bei Ein- und Zweifamilienhäusern. Diese Nachfrage dürfe nicht nur im Umland befriedigt werden. Aus ökologischen und verkehrstechnischen Gründen sei es sinnvoll, diesen Bedarf auch in der Stadt zu erfüllen.

Konkret beantragen die Christdemokraten im jüngsten Stadtentwicklungsausschuss, auf dem Areal 20 Prozent freistehende Einfamilienhäuser vorzusehen. In den verbleibenden Mehrfamilien-Wohneinheiten solle auch zwingend ein Boardinghaus untergebracht werden. Dort sollen beispielsweise Doktoranden oder befristet eingestellte Wissenschaftler günstigen Wohnraum finden. Zudem soll die Zahl der oberirdischen Parkplätze – notfalls zulasten weiterer Wohneinheiten – erhöht werden. Außerdem möchte die CDU, dass die Anlagen für den Schulsport dichter an das Lehmwohld-Schulzentrum ranrücken.

CDU befürchtet bei unveränderten Plänen nächstes Bürgerbegeheren in Itzehoe

„In der jetzigen Form hat die Planung keine Chance, jemals realisiert zu werden“, argumentiert Fraktion-Vorsitzender Ralph Busch. Denn dann bekäm Itzehoe sein nächstes Bürgerbegehren. Außerdem gibt er zu bedenken: „Leute, die Einfamilienhäuser bauen, sind die Steuerzahler in Itzehoe.“ „Es gibt viel Unmut im Bereich des Lehmwohlds“, ergänzte CDU-Ortsvorsitzender Patrick Schulz

Bei den anderen Fraktionen stieß der Vorstoß allerdings auf wenig Gegenliebe. „MIt unseren knappen Flächen müssen wir verantwortungsvoll umgehen“, argumentierte beispielsweise Ralf Schwedler: „Und das geht nicht mit Einfamilienhäusern.“ Bei den Einfamilienhäusern sollte Itzehoe auf einen Wettkampf mit den Umlandgemeinden verzichten.

Der städtische Wirtschaftsförderer Thomas Carstens machte deutlich: „Wir brauchen Eigentumswohnungen.“ Viele ältere Mitbürger würden nämlich an ihren Häusern festhalten, weil ihnen die Möglichkeit fehle, in Eigentum zu investieren. Für die Grünen bestritt Nils Andersen nicht, dass es die Nachfrage geben könne, aber ihr nachzugeben heize nur den Klimawandel an. „Einfamilienhäuser sind immer noch die schlechteste Wohnform beim Ressourcenverbrauch“, so Andersen.

20 Prozent Einfamilienhäuser belegen 65 Prozent der Fläche

Seitens der Stadtverwaltung wurde dargelegt, wenn 20 Prozent der Wohnfläche für Eigenheime genutzt werden sollte, ermögliche das 65 Häuser. Diese belegten allerdings 65 Prozent der zur Verfügung stehende Baufläche.

Bürgermeister Ralf Hoppe verglich Itzehoe mit Neuruppin. Dort käme niemand auf die Idee, innerstädtisch Einfamilienhäuser auszuweisen. Einwohnermäßig seien beide Städte quasi gleich, aber Neuruppin umfasse mehr als das Zehnfache an Fläche. „Wenn Itzehoe in Brandenburg läge, dann wären die umliegenden Dörfer Ortsteile“, erläuterte der Verwaltungs-Chef. Das spreche dafür, es ihnen zu überlassen, Baugebiete für Einfamilienhäuser auszuweisen.

Mit deutlicher Mehrheit wurde der Antrag abgelehnt. Doch die Christdemokraten kündigten bereits an, bei dem Thema nicht locker zu lassen und es weiter verfolgen zu wollen.